Schriftgröße:
.

Diesen Text vorlesen lassen

30+1 Jahre Sozialwerk Potsdam – Veranstaltung am 8. Oktober 2021

Frau Prof. Liedtke bei der Festrede

30+1 Jahre Sozialwerk Potsdam – Veranstaltung am 8. Oktober 2021

Grußwort der Landtagspräsidentin Prof. Dr. Ulrike Liedtke (Schirmfrau)

 

Liebe Mitglieder des Sozialwerks,
liebe Mitarbeitende,
liebe Angehörige,
lieber Herr Dirk Schulze (Vorsitzender),
lieber Herr Reinhard König (Geschäftsführer),

 

 vielen Dank für die Einladung und die Möglichkeit, heute zu Ihnen zu sprechen!

 Es ist ein ungerader Geburtstag, ja – seit 30 Jahren plus einem besteht das Sozialwerk Potsdam; aber dass es kein rundes Jubiläum ist, macht überhaupt nichts, denn zu feiern und zu würdigen gibt es genug.
 Was zählt ist: Sie setzen sich seit Jahrzehnten für die Interessen und die Rechte von Menschen ein, die schlecht oder gar nicht sehen können.
 Obwohl, das Letztere kann man auch anders betrachten, denn – frei nach Saint-Exupery: Mit dem Herzen sehen Sie alle sehr gut, besser als manche Menschen ohne visuelle Behinderung.
 „Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar“, diesen Satz hat der große französische Autor seinem „kleinen Prinzen“ in den Mund gelegt. Was aber ist das Wesentliche für die Menschen, für ihr Zusammenleben in Frieden?
 Eine wichtige Grundlage dafür ist sicherlich Verstehen und Verständnis.
Menschen mit und ohne Behinderungen sollen sich austauschen über ihre Erfahrungen und ihre Bedürfnisse, die recht unterschiedlich sein können. Das ist für alle ein Gewinn – und hilft, das Leben für alle angenehm zu gestalten.
 Eine zweite Grundlage ist der Respekt, der aus diesem Verständnis erwächst.
Es geht darum, jede und jeden anzuerkennen mit seinen Besonderheiten, seinen Stärken und Schwächen. So funktionieren Familien, Schulklassen, Sportteams. Und auch die Gesellschaft insgesamt braucht den Respekt, den pfleglichen, am besten freundlichen oder gar herzlichen Umgang der Menschen miteinander.
 
Unerlässlich indes sind auch die sozialen Rahmenbedingungen, sonst nützen Verständnis und Respekt wenig. Wir haben das in der Corona-Krise erlebt: So schön es war, den Pflegekräften und dem Personal auf den Intensivstationen zu applaudieren – solange sich ihre Arbeitsbedingungen nicht verbessern, haben sie wenig davon.

 Es kommt darauf an, mit politischen Entscheidungen die richtigen Weichen zu stellen:

- für mehr Barrierefreiheit im Alltag, auf Bahnhöfen, in Behörden, in Wohnungen und Geschäften;
- für höhere Löhne in den sozialen Berufen, die unser Gesundheitssystem und die Versorgung Älterer ebenso wie Schwächerer oder Menschen mit Behinderungen gewährleisten;
- für angemessene, alterssichere Renten, die nicht länger vom Heimat- und Lebensort abhängen dürfen;
- für mehr Anstrengungen zur Teilhabe aller Menschen in allen Lebensbereichen; denn alle haben ein Recht auf dieselben Chancen und Möglichkeiten.

 An Antworten auf diese Herausforderungen wird sich zeigen, wie inklusiv und letztlich wie stabil unser demokratisches Gemeinwesen wirklich ist.

 Der Landtag Brandenburg, dessen Präsidentin ich sein darf, hat in punkto Barrierefreiheit schon einiges verwirklicht:
Vom Eingang in den Hof am Fortunaportal leiten Tastschienen sehbehinderte Besucherinnen und Besucher zur Pforte. Im gesamten Parlamentsgebäude gibt es Brailleschrift an Treppen, Aufzügen und Räumen. Schilder mit großen schwarzen Versalien sind auch aus weiterer Entfernung gut lesbar. So können auch Interessierte, die blind sind oder schlecht sehen, am Landtagsgeschehen teilnehmen oder schlicht unser schönes Haus genießen.

 Ich wünsche Ihnen und mir, dass es auch in anderen Alltagsbereichen schnellere Fortschritte gibt hin zu mehr Barrierefreiheit. Das Sozialwerk Potsdam trägt seit 31 Jahren dazu bei, dass Verständnis und Respekt für Menschen mit Sehbehinderungen wachsen. Für die richtigen Entscheidungen sind wir, die politisch Handelnden, zuständig – aber auch dazu haben Sie durch den Austausch und beharrliches Hinweisen auf unerledigte Aufgaben schon viel beigetragen.

 Dafür meinen herzlichen Dank und alles Gute für die weitere Arbeit!

Rede Dr. Schulze   Rede des Geschäftsführers König 

Dr. Dirk Schulze, Vorsitzender                   R.König, Geschäftsführer   

Frau Prof. Liedtke bei der Festrede    Frau Prof. Dr. Liekfeld bei ihrer Rede

Schirmherrin,                                          Prof.Dr. Liekfeld
Prof.Dr. Liedtke, Landtagspräsidentin     
Der Vorstand   Blick ins Plenum 
Aktueller Vorstand zur 30+1 Jubiläums-   Blick in den Plenarsaal
Feier 2021

Dieser Artikel wurde bereits 122 mal angesehen.

Powered by Papoo 2016
133637 Besucher